Duisburg Nord, 24.06.2009, Gregor Herberhold

Froschmänner tauchen am Donnerstag, 25. Juni, im Bezirksamt auf, um ihre Pläne für eine neue Basis vorzustellen.
Jetzt wird's für Di Bartolomeo und seine Tauchpartner ernst: In der kommenden Woche beschäftigt sich die Bezirksvertretung Meiderich mit dem geplanten neuen Tauchcenter in den Ruhrwiesen an der Emmericher Straße 300. Bereits am Donnerstag, 25. Juni, muss der Tauchlehrer, der sich zusammen mit Freunden den Traum von einem Stück Urlaub vor der Haustür erfüllen möchte, im Bezirksamt auftauchen und sein Konzept erläutern.

Wie berichtet, will Di Bartolomeo gemeinsam mit Marcel Feldhaus und Andreas Birkner in einem ehemaligen Trinkwasserspeicher, in dem bis vor ein paar Jahren das „Kraneberger” der Oberhausen-Sterkrader zwischengelagert war, eine Tauchbasis einrichten. In dem 39 mal 60 Meter langen Becken gibt es mehrere Kammern, die wie in einem Labyrinth durchtaucht werden sollen. In jedem der miteinander verbundenen Räume will das Trio die Hobbyfroschmänner in eine andere Welt eintauchen lassen. Geplant sind unter anderem ein Schiffswrack, ein Stück Fußgängerzone, ein Mangrovenwald, ein Riff. Da der Speicher mit einem Betondeckel abgedichtet ist, geht es nicht ohne Kunstlicht. Tauchgänge in dem Becken werden also denen im Gasometer ähneln, der im Landschaftspark Nord steht. Aber eben nur ähneln. Während man bei Christian Patzak mit seiner Tauchausrüstung erst einmal in Richtung Himmel steigen muss, bevor man dann im 13 Meter tiefen Stahlbehälter abtaucht, geht's bei Di Bartolomeo genau in die andere Richtung, nämlich in den Keller.

„Konkurrenten sind wir nicht und wollen es auch nicht werden”, sagt Di Bartolomeo. Deshalb hat er mit Christian Patzak auch eine Kooperation vereinbart, sobald das neue Tauchcenter eröffnet ist: Beide wollen ihre Gäste zum jeweils anderen schicken. „Dann wird es noch viel spannender für Taucher, mal nach Duisburg zu kommen”, glauben beide. Um den Gästen das lästige An- und Ausziehen der Neoprenanzüge zwischen den Tauchgängen zu ersparen, könnte sich Di Bartolomeo vorstellen, einen Shuttle-Service zwischen den beiden, knapp fünf Kilometer auseinander liegenden Orten anzubieten. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Erst einmal muss das Tauch-Trio alle rechtlichen Hürden nehmen. Unter anderem brauchen sie eine (Um)bau- sowie eine Betriebsgenehmigung, außerdem muss der Nutzungsänderungsantrag bewilligt werden. Aber die Taucher sind guter Dinge. Donnerstag werden sie ihre Pläne bestmöglich im Bezirksamt „verkaufen”, damit die Politik nächste Woche das Vorhaben planungsrechtlich schon mal absegnet.

Eine Ladenstadt im Wasserwerk

Duisburg West, 25.05.2009, Ingo Blazejewski, Peggy Mendel (Fotos)

Nach dem Scheitern des Tauchcenters am Wasserturm in Bergheim verwirklichen die Initiatoren ihre ehrgeizigen Pläne jetzt in Meiderich.

Es ist ein schnöder Flachbau, der auf der grünen Wiese steht und den man leicht übersieht. Und selbst der direkte Zugang, eine graue Kellertreppe, lässt nichts von dem erahnen, was sich Wassersportlern bald Spektakuläres in Meiderich bieten soll:

Unterhalb der Grasnarbe an der Emmericher Straße soll in einem alten Wasserwerk eines der größten Tauchcenter der Region entstehen. Die Arbeiten haben bereits begonnen, die Pläne sind ehrgeizig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass hinter dem Projekt kein finanzstarker Investor, sondern eine Hand voll Tauchern steckt.

Die wollten ihr Tauchcenter ursprünglich am Wasserturm in Bergheim (wir berichteten) realisieren. Für den Umbau von zwei riesigen, unterirdischen Zisternen hatten die Taucher eigens einen Verein gegründet, Tonnen von Kies und schwere Hölzer lagen bereits vor der Tür, als der Traum der Taucher noch platzte.


Eröffnung im Spätsommer

Der Vertrag mit den Stadtwerke war zwar längst unterschrieben, die stiegen aber überraschend aus dem Projekt aus, weil die Wasserspeicher womöglich doch noch einmal genutzt werden könnten. Der Unmut im Verein war groß. So groß, dass sich viele verärgert aufgegeben haben. Übrig geblieben sind einige Tauchbegeisterte rund um Initiator und Tauchlehrer Di Bartolomeo. Sie wollen das Projekt jetzt in Meiderich verwirklichen, auf dem ehemaligen RWE-Betriebsgelände, das heute einem benachbarten Schäfer gehört und von wo aus früher Sterkrade mit Trinkwasser versorgt wurde.

„Tauchcenter Nullzeit” haben sie den zweiten Anlauf getauft. Der Speicher ist 40 mal 60 Meter groß, durch die zahlreichen Zwischenwände bietet sich ein Tauchstrecke von 320 Meter in eine Richtung. „Das findet man sonst in keinem anderen Center”, sagt Bartolomeo und scheut selbst die nahe gelegene Konkurrenz nicht. „Es gibt den Gasometer, es gibt ein Center in Bochum und es gibt uns. Die Gelegenheiten sind so gering, dass Taucher sicherlich alle drei Standorte besuchen.” Und schließlich habe man auch einiges zu bieten, was andere nicht haben. Nicht nur das Wasser mit laborgeprüfter Trinkwasserqualität soll die Taucher locken, sondern eine lange Liste an Attraktionen, damit keine Langeweile aufkommt: ein Riff mit Höhlen, ein zwölf Meter langes Piratenschiffswrack, eine alte Silbermine, ein Mangrovenwald, ein verfallener Friedhof und sogar eine ganze Ladenstadt, nachgebaut mit Geschäften, Wohnungen und Autos vor den Schaufenstern. Selbstredend, dass es auch einen Verleih, Ausbildung und eine Sonnenterasse geben wird – die aber oberhalb der Grasnarbe.

Was an Kapital für die aufwändige Umgestaltung fehlt, machen die Taucher mit Eigenleistung und freiwilligen Helfern wett. Sie möbeln das riesige Bassin in ihrer Freizeit auf. Damit sie überhaupt trockenen Fußes arbeiten können, musste erst einmal das restliche Grundwasser im Speicher abgepumpt werden. Dafür rückte jetzt das Technische Hilfswerk mit schwerem Gerät an und pumpte das Becken leer – als willkommene Übung für die Einsatzkräfte.

Geschätzte drei bis vier Monate Arbeit haben die Taucher allerdings noch vor sich. Im Spätsommer ist die Eröffnung geplant.

Quelle: NRZ

Im Herbst soll das Tauchcenter in Betrieb gehen. Der Politik wurde das Projekt bereits vorgestellt, jetzt hoffen die Betreiber, dass sie schnell die Betriebsgenehmigung bekommen. Wer einen Blick in die Anlage werfen möchte, wird im Internet fündig: http://www.tauchcenter-nullzeit.de. Dort gibt's auch Infos zu den Graffiti-Künstlern: www.myspace.com/freshandjuicy

Quelle: WAZ www.derwesten.de

Duisburg Nord, 15.07.2009, Gregor Herberhold

Neues Tauchbecken in den Meidericher Ruhrwiesen nimmt langsam Gestalt an. Graffiti-Künstler in Aktion.

Als Di Bartolomeo zusammen mit seinen beiden Partnern Marcel Feldhaus und Andreas Birkner vor gerade mal sechs Wochen seine „Unterwasser-Pläne” vorstellte, dachte so mancher: Wieder so ein Träumer, der von fantastischen Dingen erzählt, die sich in Luft auflösen werden.
Geirrt! Die Taucherlandschaft in den Meidericher Ruhrwiesen nimmt Gestalt an, und zwar in rasantem Tempo. Wie berichtet, will das Trio noch in diesem Jahr in dem ehemaligen unterirdischen Trinkwasser-Speicher ein Tauchbassin eröffnen. Knapp 40 Meter ist das Betonbecken breit, 60 Meter ist es lang und sieben Meter tief. 16 Millionen Liter Wasser passen da hinein. Über eine Treppe sollen die Froschmänner in den Keller steigen und dann durch künstliche Landschaften schweben. Ohne eigene Taschenlampe wird es nicht gehen, denn das Becken an der Emmericher Straße 300 ist komplett mit einem Betondach verschlossen. Tageslicht kommt also nicht hinein. Deshalb will das Trio mit Swimmingpool-Leuchten manche Abschnitte ausleuchten. Einige mehr, andere weniger.
Wer zum Beispiel in die Kapitänskajüte des auf dem Grund liegenden, 16 Meter langen Dreimasters schauen will, wird die eigene Lampe brauchen. Und wer in den Laderaum vordringen will, auch. Außenrum dagegen wird man auch ohne Zusatzlicht auskommen. Genauso wie nebenan, wo man durch eine Meereslandschaft taucht – mit Riesenschildkröten, Haien und Zitronenfalterfischen. Diese Landschaft wird gerade von den beiden Meidericher Graffiti-Künstlern Sebastian Hastrich (26) und Benjamin Felber (24) besprüht. Sie sind begeistert: „Die Wände sind ideal zum Sprayen”, sagen sie. Weil sie mit Schwimmbadfolie bespannt sind. „Das ist wie Malen auf Leinwand”, finden sie. Seit dem vergangenen Wochenende sind sie im Einsatz und haben bereits große Flächen geschafft. 100 Sprühdosen stellte ihnen Di Bartolomeo zur Verfügung. Das sind 40 Liter Farbe. „Sollte reichen”, meint das Duo. In gut einer Woche wollen sie mit ihrem Großkunstwerk (zwei Wände mit je 40 Meter Länge) fertig sein.
Die künftigen Betreiber des Tauchcenters, die übrigens mit denen vom Gasometer im Landschaftspark zusammenarbeiten wollen, legen derweil nicht die Hände in den Schoß: Nach dem Schiff bauen sie jetzt ein Flugzeugswrack ein. „Die Materialien haben wir überwiegend kostenlos oder für ganz kleines Geld bekommen”, verraten sie. Und die Arbeit erledigen Freunde, wie die Sprayer. Ansonsten wäre der finanzielle Rahmen der Jungunternehmer auch bald gesprengt.

Die Bezirksvertretung Meiderich/Beeck wird sich in der nächsten Sitzung am 2. Juli (15 Uhr, Bezirksamt, Von-der-Mark-Straße 36, Zimmer 217) im öffentlichen Teil mit dem Thema „Neues Tauchcenter” befassen.

Allerdings geht es nur um die Frage, ob die Basis im ehemaligen Trinkwasserspeicher aus planungsrechtlichen Gründen zulässig ist. Die Stadtverwaltung sieht das so und empfiehlt den Politikern zuzustimmen. Kosten entstehen für die Stadt nicht. gh

 


Quelle: WAZ